Über uns
Die Hansen-Werke: eine stillgelegte Fabrikanlage mit sieben Gebäuden auf rund 85.000 Quadratmetern Fläche zwischen Woltwiesche und Barbecke, etwa 25 Kilometer vom Zentrum Braunschweigs entfernt. Der Verein „Hansen-Werke e.V.“ besteht seit 2016. Die Anlage wurde bereits 2013 von Levi Lewandowski, dem Initiator des Projekts, erworben. Schon Jahre vor dem Kauf war er gemeinsam mit Freund*innen auf dem Gelände aktiv und musste sich den Weg zum Erwerb sowie zur Umsetzung des Projekts mit viel Ausdauer und Engagement erkämpfen.
Als vielseitiger gemeinnütziger Verein setzen wir uns insbesondere für den Schutz der Natur sowie den Erhalt von Flora und Fauna ein – sowohl auf dem Gelände selbst als auch darüber hinaus. Seit inzwischen mehr als 13 Jahren und rund zehn Jahren Vereinsarbeit befreien wir das Areal von den Hinterlassenschaften jahrzehntelangen Stillstands. Über Jahre hinweg wurden in der Natur, den Hallen und Wohngebäuden illegal große Mengen Müll abgeladen. Wie viele Tonnen wir inzwischen entsorgt haben, können wir längst nicht mehr beziffern.
In jedem einzelnen Gebäude fanden sich die Spuren des Verfalls: Altreifen, Haushaltsmüll, Elektrogeräte, Öltanks, Produktionsrückstände der ehemaligen Hansen-Werke, Schutt, Schrott, Möbel und sogar Fahrzeuge. Hinzu kamen Vandalismus, Brandstiftung und der fortschreitende bauliche Verfall. Das Ausmaß dieser Belastungen war und ist enorm.
Doch die Idee rechtfertigt den Aufwand.
Schritt für Schritt arbeiten wir daran, die Gebäude der ehemaligen Kreidefabrik zu sichern und auszubauen – möglichst nachhaltig sowie unter Verwendung von Upcycling- und Recyclingmaterialien. Unser Ziel ist die Schaffung eines soziokulturellen Zentrums mit vielfältigen gemeinnützigen Werkstätten, einer Kneipe, einer Selbsthilfewerkstatt, einem Gemeinschaftsgarten und vielen weiteren Angeboten. Ein Ort von Menschen für Menschen.
Das Projekt soll Raum für die Verwirklichung eigener Ideen schaffen und gleichzeitig Veranstaltungen, Workshops und Begegnungen ermöglichen. Wir möchten einen unkomplizierten Ort etablieren, an dem kreative und gemeinschaftliche Vorhaben nicht durch übermäßige Bürokratie oder hohe finanzielle Hürden ausgebremst werden.
Auf dem Weg dorthin haben wir zahlreiche Höhen und Tiefen erlebt. Vor allem aber haben wir viele engagierte Menschen kennengelernt und Kooperationen mit anderen Projekten, Vereinen, Institutionen und Einzelpersonen aufgebaut. Manche empfinden das Gelände als zu wild, andere verlieben sich auf den ersten Blick in seinen besonderen Charakter. Fest steht: Das Areal und die damit verbundene Arbeit lassen kaum jemanden unberührt. Es ist ein Ort, der dazu einlädt, sich wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren – fernab vieler Denkweisen und Prioritäten der modernen Konsumgesellschaft.
In den vergangenen Jahren haben die Hansen-Werke zahlreichen Künstler*innen, Kulturschaffenden, befreundeten Initiativen und Vereinen einen Raum geboten, in dem kreative, handwerkliche und gemeinschaftliche Prozesse stattfinden konnten. Das Gelände entwickelte sich zu einem offenen Experimentierfeld für Projekte unterschiedlichster Art: von der Gestaltung großflächiger Festivaldekorationen über handwerkliche und bauliche Unterstützungsarbeiten bis hin zur Umsetzung künstlerischer Vorhaben. Dabei wurden nicht nur Wissen und Erfahrungen geteilt, sondern auch ganz praktisch Werkzeuge, Arbeitskraft und Fachkenntnisse eingebracht.
Darüber hinaus fanden zahlreiche Veranstaltungen, Aktionstage und Feste statt. Dazu gehören unter anderem Apfel- und Kirschfeste, gemeinsames Apfelmosten, Konzerte und Livemusikveranstaltungen – teilweise als Soli-Aktionen für das Projekt oder andere Initiativen –, handwerkliche Workshops vom Leinenspinnen über Maurerarbeiten bis hin zur Holzverarbeitung sowie permakulturelle Gartenprojekte. Auch die Projektwoche zum Sozialen Humusaufbau war bei uns zu Gast. Ergänzt wurde das Angebot durch zahlreiche kleinere thematische Treffen und Zusammenkünfte, die ausdrücklich offen für alle Interessierten sind.
Diese Aktivitäten bilden bereits heute eine erste kulturelle Infrastruktur – noch improvisiert und im Aufbau, aber getragen von einem starken Gemeinschaftsgeist und der Vision eines offenen, lebendigen Kultur- und Naturortes.
Zugleich entwickelte sich das Gelände zu einem beliebten Motiv für Fotograf*innen und Fotogruppen sowie zu einer außergewöhnlichen Kulisse für Musikvideos, Filmprojekte und künstlerische Produktionen. Die besondere Verbindung von Industriearchitektur, Natur und fortschreitender Transformation zieht immer wieder Menschen an, die diese einzigartige Atmosphäre dokumentieren oder kreativ nutzen möchten.
Aktuell steht der Verein vor großen Herausforderungen bei der infrastrukturellen Weiterentwicklung des Geländes. Deshalb freuen wir uns über jede Form der Unterstützung – sei es durch Spenden, tatkräftige Mithilfe oder unsere sogenannten „Förderschnecken“, die uns dabei helfen, dieses langfristige Gemeinschaftsprojekt Schritt für Schritt voranzubringen.
Aufgrund der noch fehlenden Infrastruktur auf dem Gelände sind Veranstaltungen derzeit nur in einem begrenzten Rahmen möglich. Auch die Unterbringung größerer Gruppen kann bislang nicht in der Aufenthaltsqualität erfolgen, die wir uns langfristig wünschen.
Da unser Engagement für Kultur im ländlichen Raum sowie für nachhaltige und soziale Projekte weit über die Möglichkeiten des Geländes hinausgeht, haben wir im Jahr 2022 – nach den durch die Corona-Pandemie geprägten Jahren – einen neuen Weg eingeschlagen. Direkt im Ortskern von Lengde wurde ein zusätzlicher Raum als Außenstelle des Hansen-Projekts angemietet.
Damit verfolgten wir das Ziel, wieder stärker sichtbar zu werden, neue Menschen zu erreichen und insbesondere mit den vielen neu hinzugezogenen Bürgerinnen und Bürgern in Kontakt zu kommen. Unter dem Namen „Die Bunte Kiste - powered by Hansen-Werke“ entstand ein Ort, an dem die gleichen Grundwerte gelebt wurden, die auch die Hansen-Werke prägen: Naturschutz, Nachhaltigkeit, Kunst, Kultur und soziales Miteinander.
Es wurde ein offener Begegnungsraum geschaffen, in dem unter anderem Foodsharing aktiv betrieben wird und regelmäßig Veranstaltungen, Workshops und gemeinschaftliche Aktionen stattfinden. Das Projekt entwickelte sich äußerst positiv und fand großen Zuspruch in der Region.
Die erfolgreiche Entwicklung führte schließlich dazu, dass sich „Die Bunte Kiste“ im Jahr 2024 organisatorisch von den Hansen-Werken löste und als eigenständiger Verein gegründet wurde. Damit entstand aus einer ursprünglich ausgelagerten Projektidee eine unabhängige Initiative, die die gemeinsamen Werte und Ziele bis heute weiterträgt.